Ich sitze am Fenster. Schaue in den Regen. Graue Tropfen auf der kalten Scheibe. Graue Vögel unter grauen Dächern. Sie plustern sich auf und beobachten graue Menschen in grauen Autos auf dem grauen Parkplatz. Ihre Gesichter sind grau. So wie der Himmel. So wie die Wolken. So wie die Pfützen. So wie die Bäume. So wie der Tag.
Die Menschen ziehen die Mäntel zu. Der Regen wird stärker. Der Wind bläst. Tropfen wirbeln wild. Tüten flattern über den Asphalt.
Ein Kind fällt hin und der Regen hört auf.
Ich schaue über den Parkplatz und über die Gewerbebrache dahinter. Ein Riese lukt über das Dach. Sein borstiges rotes Haar kreiselt im Wind. Ich winke ihm zu. Er kneift die Augen zusammen und späht quer herüber in mein Fenster. Er winkt kurz zurück, senkt die Hand und duckt sich hinter die Fassade.
Ich lehne mich nach hinten.
Versinke im Sitz. Die Wolkendecke bricht auf, die Sonne kommt raus, der Wind flaut ab, ich öffne das Fenster, schreibe einen Reim, nippe am Glas, sehe die Vögel, schließe die Augen, atme durch, strecke mich, gähne, beuge mich runter, greife meine Tasche, krame nach Zeug, spüre feuchtwarme Brise, Zettel flattern, ich richte mich auf, haue unter die Tischkante, rubbele meinen Kopf, schaue aus dem Fenster.
Riesenbesuch.