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“Whoooohooodschängderäng!”

Donnerstag, 3. September 2009

Blogger und Zeitgeisttheoretiker André Moch über die Escada-Pleite, die Krise der Luxusindustrie und die Zukunft.

SPIEGEL: Herr Moch, der deutsche Modekonzern Escada ist gerade das jüngste Opfer der Wirtschaftskrise geworden. Bedauern Sie die Pleite?

Moch: Ach es ist schrecklich! Was haben die schon geleistet? Nichts! Aber dann auch noch so zu scheitern… grausam. Und was soll die Münchner Schickeria jetzt tragen? Escada – das war wie zu viel Rouge an heißen Tagen. Eben genau richtig für alternde Misses und die verlebte Grünwalder Damenschaft. Doch nun ist alles aus…

SPIEGEL: Was wäre die Rettung?

Moch: Mehr ist mehr! Mehr Goldknöppe, mehr Fell, mehr Leopard-Dessin, mehr Prince, mehr 80s, mehr von allem. Und Rüschen! Rüschen in mindestens sieben Lagen! Jetzt nicht reduzieren, sondern explodieren…

SPIEGEL: Der Niedergang der Goldknopf-Legende Escada war fast exemplarisch: Erst starb die Gründerin, es folgten Jahre des Missmanagements, zuletzt wechselten die Investoren fast schneller als die Kollektionen.

Moch: Das stimmt. Und wenn man weiß, dass es bei Escada nicht nur Spring/Summer und Fall/Winter Mode gab, sondern auch eine „Pre Fall Collection”, hat man eine gute Vorstellung.

SPIEGEL: Generell: Was ist von deutscher Mode noch übrig geblieben?

Moch: Da möchte ich mal Jil Sander zitieren: “Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.” Auf den Punkt, oder?

SPIEGEL: Wie ist es um den Patienten Luxusindustrie insgesamt bestellt?

Moch: Wirklich Erlesenes geht immer. Sie wissen ja: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer – und damit auch der Markt für 20.000 Euro Kostüme, 8 Euro Eis mit Kardamon und Lear-Jets.

SPIEGEL: Ist die aktuelle Krise eine Chance?

Moch: So hergeleitet: Ja, natürlich.

SPIEGEL: Inwiefern?

Moch: Es ist die Chance auf eine neue Blase, auf Neureiche und Whoooohooodschängderäng! Kassekassekasse!

SPIEGEL: Ist Escada also doch noch zu retten?

Moch: Wie gesagt, Explosion statt Reduktion und die Seidenblusen wedeln vielleicht bald wieder im Fahrtwind. Aber Ihre Frage müsste anders lauten. Sie müssten fragen, ob die 80er wiederkommen.

SPIEGEL: Und kommen Sie wieder?

Moch: Hat „The Hoff” Brusthaar? Also – alles offen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Zum Original.

Und noch mehr INTERVIEWS auf meistermochi.de.

Jil Sander für die Ewigkeit.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Ja ja, der Verein Deutscher Sprache…

Lukas mag Recht haben. Vielleicht machen die da nur Unfug. Aber auch ein blindes Vereinsmitglied findet mal ein(en) Korn.

Folgendes hatte ich vor Jahren schon auf dem Schirm.

Und jetzt wieder – SUPER! Denn hierfür gab es den Preis Sprachschuster(in)/Sprachpanscher(in) des Jahres 1997:

“Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.”

Jil Sander, Modeschöpferin, Hamburg, im Magazin der FAZ, 1997.

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Bis in den letzten Halbsatz hinein perfekt für den performance vor
dem Werbeclient. Wenn man that then will.