Archiv für die Kategorie „interviews“

Ich “blogge” weiter.

Samstag, 20. Februar 2010

Natürlich gibt es weiterhin neuen Kram von mir.
Lyrik, Texte, Kurzprosa sowie Mädchen, Gedanken
und Experimente auf:

andré moch

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Pause.

Dienstag, 12. Januar 2010

Wegen akuter Arbeitswut.

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“Whoooohooodschängderäng!”

Donnerstag, 3. September 2009

Blogger und Zeitgeisttheoretiker André Moch über die Escada-Pleite, die Krise der Luxusindustrie und die Zukunft.

SPIEGEL: Herr Moch, der deutsche Modekonzern Escada ist gerade das jüngste Opfer der Wirtschaftskrise geworden. Bedauern Sie die Pleite?

Moch: Ach es ist schrecklich! Was haben die schon geleistet? Nichts! Aber dann auch noch so zu scheitern… grausam. Und was soll die Münchner Schickeria jetzt tragen? Escada – das war wie zu viel Rouge an heißen Tagen. Eben genau richtig für alternde Misses und die verlebte Grünwalder Damenschaft. Doch nun ist alles aus…

SPIEGEL: Was wäre die Rettung?

Moch: Mehr ist mehr! Mehr Goldknöppe, mehr Fell, mehr Leopard-Dessin, mehr Prince, mehr 80s, mehr von allem. Und Rüschen! Rüschen in mindestens sieben Lagen! Jetzt nicht reduzieren, sondern explodieren…

SPIEGEL: Der Niedergang der Goldknopf-Legende Escada war fast exemplarisch: Erst starb die Gründerin, es folgten Jahre des Missmanagements, zuletzt wechselten die Investoren fast schneller als die Kollektionen.

Moch: Das stimmt. Und wenn man weiß, dass es bei Escada nicht nur Spring/Summer und Fall/Winter Mode gab, sondern auch eine „Pre Fall Collection”, hat man eine gute Vorstellung.

SPIEGEL: Generell: Was ist von deutscher Mode noch übrig geblieben?

Moch: Da möchte ich mal Jil Sander zitieren: “Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.” Auf den Punkt, oder?

SPIEGEL: Wie ist es um den Patienten Luxusindustrie insgesamt bestellt?

Moch: Wirklich Erlesenes geht immer. Sie wissen ja: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer – und damit auch der Markt für 20.000 Euro Kostüme, 8 Euro Eis mit Kardamon und Lear-Jets.

SPIEGEL: Ist die aktuelle Krise eine Chance?

Moch: So hergeleitet: Ja, natürlich.

SPIEGEL: Inwiefern?

Moch: Es ist die Chance auf eine neue Blase, auf Neureiche und Whoooohooodschängderäng! Kassekassekasse!

SPIEGEL: Ist Escada also doch noch zu retten?

Moch: Wie gesagt, Explosion statt Reduktion und die Seidenblusen wedeln vielleicht bald wieder im Fahrtwind. Aber Ihre Frage müsste anders lauten. Sie müssten fragen, ob die 80er wiederkommen.

SPIEGEL: Und kommen Sie wieder?

Moch: Hat „The Hoff” Brusthaar? Also – alles offen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Zum Original.

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“Die bigotte Art der Clubs kotzt mich an.”

Freitag, 17. Juli 2009

Interview mit Blogger und Zeitgeisttheoretiker André Moch über hervorragende, aber übersehene Trainertalente, das Geschäft Fußball und die neue Macht der Trainer.

ZEIT ONLINE: Herr Moch, Trainerentlassungen gehören längst zu den festen Ritualen des Profifußballs. Wenn aber Fußball-Lehrer von sich aus kündigen, ist das so ungewöhnlich, dass Klub-Verantwortliche ratlos sind und Wolfgang Holzhäuser von Bayer Leverkusen an die “Trainer-Ethik” appelliert. Was ist das?

Moch: Die Trainer werden sich endlich ihrer Selbst bewusst. Denn es ist mitnichten so, dass eine Truppe – selbst wenn sie mit Spitzenkräften besetzt ist – Siege von allein eintütet. Da braucht es einen, der die Zügel in der Hand hält. Und am besten jemanden, der sich seine Leute auch selber ins Team holt. Klar, dass so ein Mann dann eine absolute Schlüsselposition im Verein besetzt und Macht hat. Wenn so einer dann geht – auch mal vor Vertragsende – ist das natürlich hart. Beispiel Felix Magath: Er ist bei Wolfsburg auf dem Höhepunkt abgetreten. Natürlich jaulen da die Wölfe im VfL-Vorstand. Aber wenn er nächstes Jahr nur im Mittelfeld rumgedümpelt wäre… zack wäre er gekickt worden. Ohne mit der Wimper zu zucken. Und da sage ich ganz ehrlich: Die bigotte Art der Clubs kotzt mich an.

ZEIT ONLINE: Im Fall von Bruno Labbadia schien die Sache etwas komplizierter zu sein.

Moch: Labbadia war etwas ungestüm mit seinem Interview. Aber er ist noch recht frisch im Trainergeschäft auf Spitzenniveau. Also: Sei’s drum.

ZEIT ONLINE: Noch zahlen die Klubs ungern Ablösesummen für Trainer. Der FC Bayern München hat sich strikt geweigert, Louis van Gaal aus seinem Vertrag zu kaufen, obwohl der auf der Wunschliste ganz oben stand.

Moch: Jetzt haben sie ihn ja und bezahlen wohl mit einem Freundschaftsspiel. So behalten alle ihr Gesicht.

ZEIT ONLINE: Ottmar Hitzfeld verweist auf die Vorbildfunktion des Trainers gegenüber seinen Spielern. Und Jupp Heynckes kritisiert Ausstiegsklauseln, weil sie die notwendige Identifikation mit dem Verein und der Region fragwürdig erscheinen lassen.

Moch: Hitzfeld und Don Jupp sind zwei echte Gentlemen. Meine Meinung ist aber, dass gleiches Recht für alle herrschen muss. Sonst holt man sich Magengeschwüre. Insofern sollte es Burn-Out-Ottmar mittlerweile besser wissen. Und ach ja: Profispieler interessieren sich in erster Linie für Geld und Prestige. Und dann gibt es da noch Lukas Podolski.

ZEIT ONLINE: Es fällt auf, dass kaum neue Gesichter auftauchen und stattdessen die altbekannten Trainer innerhalb der Bundesliga ständig rochieren. Hat der deutsche Fußball ein Trainer-Nachwuchsproblem?

Moch: Ach was! Ich finde das toll! Das ist wie im Karussell: Noch ‘ne Runde, noch ‘ne wilde Wahnsinnsfahrt! Da flattert Funkels Friedhelm die Trainingsjacke – und zwar Kloppo um die Ohren… das will ich doch sehen!

ZEIT ONLINE: Trotzdem wird an der Qualität der Trainerausbildung in Deutschland gezweifelt. In Holland soll sie besser sein.

Moch (brüllt): Wer sagt das? Sammer, die alte Tröte?!

ZEIT ONLINE: Ja, er…

Moch: Ruhe! Wer sowas von sich gibt hat einfach keine Ahnung! Fakt ist, dass Holland – allein schon bedingt durch die Größe – ein wenig flexibler ist. Dann war es das aber schon. Wissen Sie, heute gehört es auch dazu, den Spielern mal zu sagen, wie Sie sich zu ernähren haben. Was rät ein Holländer da? “Frikandeln vor’m Spiel – der Tore gibt’s viel”? Lächerlich!

ZEIT ONLINE: Dennoch fällt auf, dass seit längerer Zeit kein deutscher Trainer – bis auf den “Halbspanier” Bernd Schuster – in einer der europäischen Top-Ligen gearbeitet hat.

Moch: Daran können Sie sehen, dass es einfach stimmt in der deutschen Bundesliga.

ZEIT ONLINE: Nach dem überraschenden Gewinn der deutschen Meisterschaft könnte das Magath-Modell mit der für Bundesliga-Verhältnisse einzigartigen Bündelung von Kompetenzen Nachahmer finden.

Moch: Ich hoffe das. Ich halte das Trainermodell englischer Prägung für top. Klar muss der Trainer da einiges im Auge behalten und ein wirklich abgezockter Hund sein. Kein Job für einen Slomka beispielsweise. Aber auch für den wird es weiterhin Arbeit geben. Keine Bange.

ZEIT ONLINE: Die Stellung des Trainers in den englischen Klubs ist insgesamt eine andere.

Moch: Und das ist wie gesagt gut so. Die Manager sollen die Kohlen ranschaffen. Der Trainer soll seine Spieler bekommen, trainieren und aufstellen, sichten lassen und alles rund um die sportlichen Fragen koordinieren. Dann kommt auch der Erfolg. Weil Demokratie im Fußball nicht funktioniert. Klare Linien aber schon.

ZEIT ONLINE: Klingt eigentlich selbstverständlich. Warum handeln viele Trainer nicht nach diesem Grundsatz?

Moch: Man muss sie auch lassen. Schließlich bleiben Sie am Ende Angestellte. Alex Ferguson von Manchester United mal ausgenommen. Der ist sein eigener Herr. Beeindruckt der Mann!

ZEIT ONLINE: Im vergangenen Jahr waren die Verantwortlichen beim HSV zwischenzeitlich belächelt worden, weil sie sich auffallend viel Zeit für die Suche des Nachfolgers von Huub Stevens genommen hatten.

Moch: Ja oder denken wir nur daran was auf Schalke – oder besser – in ganz Deutschland los war, als Tönnies monatelang gesucht hat. Aber er hat Magath gefunden und das ist ein großer Verdienst des Fleischers aus Rheda-Wiedenbrück.

ZEIT ONLINE: Bitter nur, dass der im Fall des HSV mit großem Aufwand auserwählte Martin Jol nach einem Jahr schon wieder das Weite suchte.

Moch: Nochmal: Was wenn Jol mit dem Team gegen den Abstieg gekämpft hätte? Und das geht bekanntlich ganz schnell wenn sich drei oder vier Schlüsselspieler unglücklich verletzen und ausfallen. Ich wette mit Ihnen: In diesem Falle hätte Jol nicht mal neun Monate in Hamburg verbracht und er wäre kurz nach der Winterpause gefeuert worden. Gnadenlos. Deswegen: Schluss mit dem bigotten Getue, Bundesliga! Das Leben ist kein Entmüdungsbecken!

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Manipulation – Politiker und Prominente schönen ihre Interviews.

Freitag, 3. Juli 2009

Politiker und Prominente schönen ihre Interviews. LINK

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Das ist der feine Unterschied! Fragt mich und
das Gesagte gilt: immer zu 100 Prozent.

GUCK HIER.

„Wer hat Kohl von Karamellpudding mit 18 Eiern abhängig gemacht?“

Donnerstag, 25. Juni 2009

Wie viele Bundestagsabgeordnete hatten Stasi-Kontakte? Das Parlament hadert mit einer gründlichen Untersuchung. André Moch, Blogger und Zeitgeisttheoretiker, erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, wieso er noch erstaunliche Enthüllungen über Agenten erwartet.

SPIEGEL ONLINE: Die FDP ist gerade im Parlament mit einem Antrag gescheitert, der die Durchleuchtung von Bundestagsabgeordneten nach möglichen Stasi-Verstrickungen vorsah. Braucht der Bundestag also keine Untersuchung auf Stasi-Spitzel?

Moch: Doch, braucht er.

SPIEGEL ONLINE: Gegner des FDP-Plans wie Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) warnten vor einer “Unkultur der Verdächtigungen”. Norbert Röttgen (CDU) betonte schon zuvor, es gebe eine Schutzpflicht des Parlamentes für seine Mitarbeiter. Sind die Bedenken gerechtfertigt?

Moch: Nein.

SPIEGEL ONLINE: Warum sperrt sich der Bundestag dann gegen das Vorhaben der FDP?

Moch: Da werden einige ihre Gründe haben.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es denn Indizien dafür, dass die Stasi auch im Bundestag ihre Finger im Spiel hatte? Der einstige Spionagechef der DDR, Markus Wolf, brüstete sich einst, die Stasi habe in “Fraktionsstärke” im Bundestag gesessen.

Moch: Indizien? Eine ganze Reihe sogar! Im Kanzleramt war sie ja auch – und weg war der Willy. Wolf könnte hier tatsächlich recht haben. Aber es war ein Geben und Nehmen. Oder denken Sie, eine Partei bei Trost hätte Honnecker ganz oben installiert? Da hat der BND damals ganze Arbeit geleistet.

SPIEGEL ONLINE: Der Birthler-Behörde wird vorgeworfen, sie treibe die Aufklärung der Stasi-Verwicklungen in Westdeutschland kaum voran.

Moch: Ja lässt man sie denn? Aufklärung wird ja schon im Bundestag aktiv verhindert. Dabei würde sie wahrscheinlich wahnwitzige Storys aufdecken.

SPIEGEL ONLINE: Sie vermuten, die bereits bekannten Fälle von politischem Einfluss der Stasi auf Westdeutschland und der Fall Kurras sind nur die Spitze des Eisbergs?

Moch: Wer hat Kohl wohl von Karamellpudding mit 18 Eiern abhängig gemacht? Seine Frau? Im Leben nicht! Und weitere Aufklärung verhindert hier der Staat.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben die Birthler-Behörde sogar einen “Garant für die Nichtaufklärung” genannt. Was meinen Sie damit?

Moch: Ich meine damit, dass z. B. im Fall Kohl niemand nach den wahren Hintermännern gefragt hat. Die haben da weder Mandat noch Ahnung. Übrigens auch vom Kochen nicht. Oder davon, woher wohl die Rezepte stammten. (niest 2x, *Johann *Lafer)

SPIEGEL ONLINE: Birthler betont, ihre Behörde könne im Fall Kohl nicht ohne einen Auftrag forschen.

Moch: Um Gottes Liebe willen: Der Mann wäre im Mai 1990 fast explodiert und die Stasi hätte eine späten Sieg davongetragen! Wäre er in dem Zustand damals beim Strickjackentreff mit Gorbi im Kaukasus ins Bächlein gefallen… verdammt noch eins: Die Region hätte auf Jahre eine echte Attraktion gehabt. Mit Bimmelbahn, Imbissbuden und geführten Touren. Uns wäre nur das Chaos geblieben. Wenn jetzt am Ende die schrecklichen Bilder der bis zum Zerreißen gespannten Strickware nicht Anlass genug sind für eine späte und vor allem notwendige Untersuchung, dann weiß ich es aber auch nicht mehr!

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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„Immer der Nase nach, Capitano!”

Donnerstag, 18. Juni 2009

Turbulenzen, Blitze, technische Probleme: Über die Ursache des Air-France-Absturzes wird noch immer gerätselt. Wie gefährlich ist es, durch Gewitter zu fliegen? Im SPIEGEL ONLINE Interview erklärt André Moch, Zeitgeisttheoretiker und Blogger, wie Piloten sich verhalten sollten und was bei einem Einschlag passiert.

SPIEGEL ONLINE: Wie fühlt es sich an, wenn ein Blitz das Flugzeug trifft?

Moch: Es ist weniger eine Sache des Gefühls. Aber lustige Frisuren sind dann immer Thema.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie das schon erlebt?

Moch: Inlandsflug, China 2001. Was für ein Spaß!

SPIEGEL ONLINE: Gab es Schäden am Flugzeug?

Moch: Naja, über die Sitze musste man danach schon mal feucht drüber…

SPIEGEL ONLINE: Ist es gefährlicher, nachts bei Gewitter zu fliegen?

Moch: Gar nicht. Vor allem sieht es aber besser aus.

SPIEGEL ONLINE: Kann das Radar durch einen Blitzschlag ausgeschaltet werden?

Moch: Das ist unwahrscheinlich. Aber möglich. Und dann gilt der alte Spruch: „Immer der Nase nach, Capitano!”

SPIEGEL ONLINE: Wer fliegt im Gewitter – der Autopilot?

Moch: Dem den ganzen Spaß überlassen? Nö.

SPIEGEL ONLINE: Wie erfahren Piloten überhaupt, dass es auf ihrer Flugstrecke ein Gewitter gibt?

Moch: Die Bodenstation meldet. Und natürlich gibt es detaillierte Vorhersagen, die auch optisch toll aufbereitet werden. Hauptsache der Co-Pilot hat seine Wachsmalstifte durch die Kontrolle bekommen.

SPIEGEL ONLINE: Wie sehen diese Bilder aus?

Moch: Viel Rot, viel Grün – grundsätzlich zweckmäßig. Doch mit Sicherheit gibt es da Ausreißer nach oben. Ich habe aber noch keinen Piloten mit nur einem Ohr gesehen.

SPIEGEL ONLINE: Durch den grünen Bereich darf man noch fliegen?

Moch: Man muss! Oder man dreht besser gleich um. Aber dann wird man lieber Eisverkäufer.

SPIEGEL ONLINE: Wie oft müssen Piloten Gewitter umfliegen?

Moch: Regelmäßig. Und normalerweise ist das ja auch kein Problem.

SPIEGEL ONLINE: Können sie Gewitter auch überfliegen?

Moch: Ja, kommt aber auf die Ausmaße der Wolkenkonstruktion an. Ich sage immer: Wenn die Kinder an Bord damit leben können, ihre Milch auch mal auf’s Brot zu schmieren, flieg drüber!

SPIEGEL ONLINE: Gibt es Gründe, aus denen man zwangsweise durch ein Gewitter fliegen muss?

Moch: Gar nicht. Nicht unter normalen Vorzeichen. Gut: Wenn du – warum auch immer – schon mitten drin bist, gibst du besser Schub.

SPIEGEL ONLINE: Wie ist es, wenn das Umfliegen zu lange dauert und der Sprit ausgehen könnte?

Moch: Einen Jumbo bekommen Sie zur Not auch zwischen Hawaii und Japan runter. Da wundern sich die Eingeborenen und die Reise geht danach mit dem Schiff nach Hause, aber unmöglich ist da grundsätzlich nichts. Denken Sie bitte immer daran: Fahrrad fahren ist riskanter. Und lecker Fresschen gibt’s da auch keines.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt aber auch Turbulenzen, die nicht vorhersagbar sind?

Moch: Ja Mensch, stell‘ Dir vor! Also manchmal… (schüttelt verwundert den Kopf)

SPIEGEL ONLINE: Wo und wann kommen diese vor?

Moch: Mitten im Gang. Vor allem wenn das vegane Essen vergessen wurde. Dann brennt die Luft, das kann ich Ihnen aber sagen!

SPIEGEL ONLINE: Wann werden die Passagiere gewarnt?

Moch: Vorwarnungen gibt’s da keine. Auf einmal ist nur noch Rind im Angebot. Und dann geht’s los…

SPIEGEL ONLINE: Und die Crew?

Moch: Darf schwierige Passagiere ja neuerdings fesseln. Das will niemand. Aber manchmal muss es sein.

SPIEGEL ONLINE: Ist die Strecke von Südamerika nach Europa besonders durch Turbulenzen gefährdet?

Moch: Über die perfekte Qualität der argentinischen Rumpsteaks ist denke ich schon alles gesagt und geschrieben worden. Die Crew lässt da vegane und vegetarische Speisen einfach von vornherein am Boden. Natürlich gibt’s da lange Gesichter. Aber es wird gegessen was auf den Klapptisch kommt. Sonst – und das haben mir viele Piloten bestätigt – wird das Gewitter gestürmt. Und dann ist wieder Ruhe im Karton.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

„Wenn Sie nachts am Steilhang im Eissturm nur einen Zeh verlieren, ist das ja schon ein Erfolg.“

Donnerstag, 11. Juni 2009

Welche Frau erklimmt als Erste alle Achttausender des Planeten? Vier Top-Bergsteigerinnen sind im Rennen, eine davon ist die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE analysiert Blogger und Zeitgeisttheoretiker André Moch ihre Rivalinnen, spricht über die Faszination der Höhe und Kaltenbrunners nächstes Ziel – den K2.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, Gerlinde Kaltenbrunner hat vorige Woche den Lhotse in Nepal bezwungen, den vierthöchsten Gipfel der Erde. Allerdings erst im dritten Versuch – was lief jetzt besser als bei vorherigen Expeditionen?

Moch: Mit Sicherheit hat sie aus den vorangegangenen Versuchen ihre Schlüsse gezogen. In der Szene ist sie für ihre akribischen Analysen bekannt. Auch was das Wetter angeht. Sie hatte jetzt sehr gute Wetterbedingungen bei Ihrem Erfolg und kann sich endlich neuen Aufgaben widmen.

SPIEGEL ONLINE: Was verstehen Sie unter “gutem Wetter” auf 8516 Meter Höhe?

Moch: Das ist natürlich relativ. Aber wenn Sie nachts am Steilhang im Eissturm nur einen Zeh verlieren, ist das ja schon ein Erfolg.

SPIEGEL ONLINE: Die Spanierin Edurne Pasaban, die im Mai den Kangchendzönga bestieg, ist jetzt neben Kaltenbrunner die einzige Frau, die zwölf Achttausender-Gipfel erreicht hat. Gibt es einen Kampf darum, wer als erste Frau alle 14 schafft?

Moch: Ja. Auch wenn das die Damen nie zugeben würden. Pasaban würde Kaltenbrunner auf ihrem Weg nicht den Gipfel runtertreten – das ist keine Frage. Aber im Tal Skat kloppen ist auch undenkbar. Da dreht es sich um ganz andere Dinge.

SPIEGEL ONLINE: Um welche?

Moch: Im Tal? Wo habe ich den Helm der Konkurrentin versteckt zum Beispiel. Wer wimmelt Sie ab, falls Sie nachfragt? Und wo ist überhaupt meiner? Frau kämpft mit allen Tricks. Ich finde das legitim!

SPIEGEL ONLINE: Gerlinde Kaltenbrunner fehlen noch K2 und Everest, Edurne Pasaban muss noch Shisha Pangma und Annapurna bezwingen – wer hat das leichtere Restprogramm?

Moch: Die Gerlinde. Denn der K2 und der Mount Everest sind für eine Top-Bergsteigerin mit so viel Wumms keine „Aufgaben” im eigentlichen Sinn. Sie sind keine Arbeit. Sie ziehen Dich geradezu nach oben. Magnetisch. Durch Wind und Wetter, Eis und Schnee.

SPIEGEL ONLINE: An beiden Bergen war Kaltenbrunner bereits, musste aber die Besteigungen abbrechen. Woher nimmt sie die Motivation, es immer wieder zu versuchen?

Moch: Wie ich bereits sagte: Eine Top-Bergsteigerin wird geradezu magisch nach oben gezogen. Aber bis Sie zu einer bergerklimmenden Spitzenkraft werden, müssen Sie auch mal Niederlagen einstecken. Nur das prägt und macht einen besser. Gerlinde Kaltenbrunner hat jetzt die Erfahrung und ist top… ich spüre das.

SPIEGEL ONLINE: Und der Everest?

Moch: Zwei Worte: Gerlinde Himmelfahrt.

SPIEGEL ONLINE: Wissen Sie, wann Pasaban ihre 13. und 14. Besteigung plant?

Moch: Erstmal muss ihr Kaltenbrunner dem Helm wiedergeben. Und dann sehen mal weiter.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, im Jahr 2007 haben Sie zusammen mit der Spanierin Pasaban einen Gipfel bezwungen…

Moch: Leider war die Brockenbahn an diesem Tag außer Betrieb. Aber das Gulasch oben war hervorragend. Riesige Portionen. Hier muss ich sagen, hat Sie mich dann mit Ihren Nehmerqualitäten überrascht. Yeti aufgepasst!

SPIEGEL ONLINE: Kennen Sie auch die anderen Konkurrentinnen Kaltenbrunners? Nives Meroi aus Italien und Oh-Eun Sun aus Südkorea, die elf Achttausender bestiegen haben?

Moch: Kleine Fische. Aber trotzdem ist der Wettbewerb da. Auf jeden Fall.

SPIEGEL ONLINE: Wettbewerb hin oder her – ein wenig eilig hat es Gerlinde Kaltenbrunner schon. Nach nur zwei Wochen in Deutschland reist Sie jetzt zum K2.

Moch: Ich sage ja: Die schenken sich nichts.

SPIEGEL ONLINE: Blieb denn genug Zeit zur Regeneration?

Moch: Na hören Sie: Die Frau ist ein Profi! Davon gehe ich aus!

SPIEGEL ONLINE: Wenn sie alle 14 Achttausender schafft – was wäre danach die nächste Herausforderung?

Moch: Traditionell Reinhold Messners Bart klauen. Ich bin jedenfalls gespannt.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

“Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit und Demokratie müssen im Mittelpunkt stehen.”

Dienstag, 9. Juni 2009

Alexander Solschenizyn war das wichtigste Sprachrohr der russischen Dissidenten – mit André Moch, Blogger und Zeitgeisttheoretiker, haben wir über das Lebenswerk des Nobelpreisträgers gesprochen. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht er über Russlands Werteverfall – und warum gerade die Finanzkrise eine große Chance bietet.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es im heutigen Russland einen Schriftsteller, der in die Fußstapfen Alexander Solschenizyns treten könnte?

Moch: Falls Sie mich fragen möchten, ob das unmöglich sei, antworte ich: Natürlich nicht! Denn Russland ist riesig. Da gibt es Potential. Aber sicherlich sind in der heutigen politischen Situation das freie Denken und die Kunst mehr als eingeschränkt.

SPIEGEL ONLINE: Was ist mit jüngeren Bestseller-Autoren wie Wladimir Sorokin?

Moch: Sorokin ist da natürlich eine Ausnahme. Seine Fäkalien-Storys sind an der Grenze. Und doch wird er viel gelesen und für seine Kunst nicht geächtet. Er lotet Abgründe aus. Vielleicht zieht so etwas gerade in diesen Zeiten, in denen selbst auf moralische Autoritäten kaum noch Verlass zu sein scheint.

SPIEGEL ONLINE: Die heutigen Autoren schreiben nicht aus selbsterlebtem Leid heraus, wie Solschenizyn es getan hat. Ist das ein Problem?

Moch: Authentizität hin oder her: Allein das Wort ist ja schon von gestern. Was ist heute nicht alles inszeniert? Und könnten die Menschen die Wahrheit wirklich ertragen? Sorokin soll ein glücklicher Familienmensch sein. Was wenn er in Wirklichkeit krank ist und ein Spinner? Sein Leben skandalöse Züge zeigt? Dann schreien die Leute einmal kurz auf, kaufen sich die Yellow Press und hinterher bleibt nur gar nix. Also, was soll’s?

SPIEGEL ONLINE: Man hat gerade den Solschenizyn-Literaturpreis postum dem sibirischen Autor Viktor Astafjew verliehen. Warum ihm?

Moch: Er hat Zeichen gesetzt. Im Fokus hatte er stets die einfachen Menschen. Seine Kritik hatte und hat sozialen Charakter. Außerdem haben andere abgelehnt. Man hat Angst in Russland, wissen Sie…

SPIEGEL ONLINE: Wählt man die Preisträger eher nach literarischen oder nach politischen Kriterien aus?

Moch: Beides zählt. Auch ein schönes Cover stört nicht. Und die Werte der Autoren müssen stimmen.

SPIEGEL ONLINE: Von welchen Werten sprechen Sie?

Moch: Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit und Demokratie müssen im Mittelpunkt stehen. Alles andere wäre ja noch schöner!

SPIEGEL ONLINE: Fehlt es der russischen Gesellschaft denn an Moral?

Moch: Erde an SpOn: Nicht mehr und nicht weniger als anderswo.

SPIEGEL ONLINE: Wird das durch die Wirtschaftskrise schlimmer werden?

Moch: Sie meinen in jeglicher Gesellschaft? Wer weiß, alle reden von der großen Umkehr, jetzt müsse man umdenken und so weiter. Aber vielleicht geht der Kapitalismus auch eher gestärkt aus der Krise hervor. Allein schon, weil er in Krisenzeiten am besten funktioniert. Vielleicht hilft ja „das Schöne”.

SPIEGEL ONLINE: “Das Schöne”? Kann denn die Kunst dabei wirklich eine Rolle spielen?

Moch: Ja, warum nicht? “Nur das Schöne kann die Welt retten”: Vielleicht hatte der große Dostojewski damit ja tatsächlich recht.

SPIEGEL ONLINE: Lesen die Menschen in diesen Zeiten Solschenizyn, zum Beispiel den “Archipel Gulag”, den erschütternden Bericht über den Terror in Stalins Lagerwesen?

Moch: Oh ja. Düstere Zeiten, düstere Literatur. Ich meine, wenn man sich erinnert, wird man wachsam und wehrt sich gegen neue, unheilvolle Entwicklungen. Insofern ist der anhaltende Erfolg des Buches zu begrüßen. Ich habe meine Ausgabe hier in der Tasche. Und auf dem iPod läuft Springsteen. Das sollten Sie auch mal probieren. Das pustet Ihnen das Hirn frei.

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Europawahl 2009.

Sonntag, 7. Juni 2009

„Echte Richtungsentscheidungen werden woanders getroffen. Wenn wir Pech haben bei Berlusconi am Pool.”

Stell dir vor, es sind Wahlen, und keiner geht hin: André Moch, Zeitgeisttheoretiker und Blogger, erklärt im Interview mit SPIEGEL ONLINE, welche Bedeutung die Europawahl hat – und wie groß der europäische Einfluss auf das Recht der Mitgliedstaaten heute schon ist.

SPIEGEL ONLINE: 2004 stimmten nur 43 Prozent der wahlberechtigten Deutschen bei der Europawahl ab. Für 2009 zeichnet sich jetzt Umfragen zufolge eine noch geringere Wahlbeteiligung ab. Entspricht dies der tatsächlichen Bedeutung dieser Wahlen zum europäischen Parlament?

Moch: Ja, tatsächlich. Und das zeigt auch, dass die Kluft zwischen EU, Staat und Gesellschaft mittlerweile riesig ist. Dafür gibt es tausend Gründe. Aber den Leuten fällt schon auf, dass Politik kaum noch funktioniert, weil Steuerung nahezu unmöglich geworden ist.

SPIEGEL ONLINE: Welchen tatsächlichen Einfluss hat das Europaparlament auf die europäischen Rechtsakte?

Moch: Ach guter Mann! Ich könnte Ihnen hier jetzt was vom Pferd erzählen. Sicher ist: Ja, das Parlament hat Einfluss. Und er wird immer größer. Aber dahinter steckt doch was ganz anderes: Die Kontrolle aller. In einem “Riesenreich” funktioniert die Gleichschaltung natürlich einfacher.

SPIEGEL ONLINE: Welchen Einfluss hat das EU-Parlament auf die Entwicklung der EU insgesamt, etwa auf die weitere Demokratisierung?

Moch: Na Sie sind gut… Analogdemokratisierung wollten Sie wohl sagen. Sie wissen schon, wie dieser Fake-Käse. Denn wieviel echte Demokratisierung ist möglich, wenn Manipulationen an der Tagesordnung sind?

SPIEGEL ONLINE: Könnten die Bürger also mit ihrer Wahl auch beeinflussen, in welche Richtung sich die Europäische Union künftig insgesamt entwickelt?

Moch: Bedingt. Natürlich kann es trotz der ausgebufften „Brot und Spiele”-Taktik Überraschungen geben. Aber echte Richtungsentscheidungen werden woanders getroffen. Wenn wir Glück haben im Hinterzimmer des EU-Parlaments. Wenn wir Pech haben bei Berlusconi am Pool.

SPIEGEL ONLINE: Ist die Europawahl auch ein indirektes Votum über den Vertrag von Lissabon, über den die deutschen Bürger ja – anders als die Iren – nicht abstimmen durften?

Moch: Tja, mein Lieber, das mag schon sein. Aber was heißt das schon? Lieber keine Politik als Scheinpolitik.

SPIEGEL ONLINE: Könnten informierte Wähler dennoch auch Kritik am Vertrag von Lissabon zum Ausdruck bringen?

Moch: Klar. Es hat ja keiner gesagt, dass Protest, aufmerksamkeitsstarke Eingaben und vor allem die Aktivität im Web unwirksam sind.

SPIEGEL ONLINE: Der Vertrag von Lissabon würde ja den Einfluss des Europaparlaments auf die europäische Rechtsetzung weiter stärken, und daneben auch ein europäisches Bürgerbegehren ermöglichen. In ihren europäischen Wahlprogrammen treten – bis auf die CDU – alle im Bundestag vertretenen Parteien mehr oder weniger deutlich auch für eine darüber hinausgehende Demokratisierung der EU ein. Woran kann der Wähler erkennen, welche Partei es damit wirklich ernst meint?

Moch: In dem er mitmacht. Wir bekommen die Politik, die wir verdienen. Wer sich nicht einmischt, braucht sich auch nicht zu beschweren. Im Web kommentieren oder auch die Teilnahme an politischen Stammtischen kann wirken. Auch wenn man Job, Familie und sonstwas um die Ohren hat. Soviel Zeit muss sein!

SPIEGEL ONLINE: Müsste das Parlament endlich auch ein Recht zu Gesetzesinitiativen bekommen?

Moch: Aus Sicht der Bürger eindeutig ja. Aber für die wirklichen Entscheider würde das die Sache natürlich erheblich verkomplizieren.

SPIEGEL ONLINE: Wie groß ist überhaupt der Einfluss der Brüsseler Gesetzgebung auf das deutsche Recht?

Moch: Riesig. EU-Recht bricht, mit wenigen Ausnahmen, Landes- bzw. Bundesrecht.

SPIEGEL ONLINE: Über den Grad des Einflusses gibt es aber wissenschaftlichen Streit. Sie und Alt-Bundespräsident Roman Herzog hatten schon vor zwei Jahren errechnet, dass gut 80 Prozent aller in Deutschland geltenden Gesetze direkt oder indirekt auf die EU zurückgehen. Andere Wissenschaftler haben das als “Mythos” bezeichnet.

Moch: Wissen Sie, ich habe mal Johannes Rau getroffen. Dafür musste ich damals den Spanisch-Unterricht schwänzen. Der Lehrer, eigentlich ein ganz entspannter Kerl, gab mir dafür einen Verweis. Er wollte mir die Story einfach nicht glauben, als ich kurz vor Schluss der Stunde in den Raum polterte. Am nächsten Tag war ich dann mit Handshake-Bild auf Seite 1 der Tageszeitung. Da hat er den Verweis wieder gelöscht. Und Sie wollen mit jetzt erzählen, das was ich mit Herzog erarbeitet habe, sei ein Mythos? Na herzlichen Dank!

SPIEGEL ONLINE: Kann man das überhaupt so einfach gegenüberstellen? Ein wichtiges Gesetz muss doch anders bewertet werden als eines von geringer Bedeutung.

Moch: Hören Sie mir eigentlich zu? Hören Sie doch mal mit den Gesetzen auf! Ich habe Rau und Herzog getroffen. Was haben Sie denn so zu bieten?

SPIEGEL ONLINE: Im Verfahren um den Lissabon-Vertrag beim Bundesverfassungsgericht bezifferten die Prozessbevollmächtigten des Bundestags den Einfluss der EU auf nur 6 bis 14 Prozent. Sie beriefen sich auf internationale Studien.

Moch: Na, keine Antwort ist auch eine. Aber zum Thema: Was interessieren mich die Prozessmenschen vom Bundestag? Von wem sind die gesteuert? Ich jedenfalls habe mit dem Alt-Bundespräsidenten Herzog klar gemacht, wo der Hase langläuft und was maßgeblich ist für das, was sich in der Union und den einzelnen Mitgliedsstaaten abspielt. Ich jedenfalls zweifele nicht an diesen Ergebnissen. Auch nicht an Herzog. Sie etwa?

SPIEGEL ONLINE: Herr Moch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.