Schön, schlank, jung – optisch gemixt aus Ikonen. Gut gekleidet, weil alles sitzt. Immer alles sitzt. Extrem natürlich. Weil die Natur ihn liebt. Gebildet, nicht verkopft. Zielstrebig, doch nicht verbissen. Dosiert in jeder Geste. Weil er seine Aura kennt.
Er hört Tocotronic – weil die keinen Plan haben, aber Wut und Worte. Und er hört derben Elektrorock. Weil die auch keinen Plan haben – aber mehr Spaß dabei. Und weil das Koks besser boostet, wenn Justice Boxen brodeln lässt. Für Paganini hat er eine Schwäche. Weil er für Großes Schwächen hat.
Heute trägt er schwarz.
Weil es Zeit für schwarz ist. Und ein guter Tag, das zu zeigen. Er hat keine Freundin. Sie passte nicht. Sie war dünn. Aber hatte Lippen. Die hat er kurz vermisst. Weil er ihre Blowjobs vermisst. Jetzt hat er auch welche. Aber ihre waren anders. Bei ihr ist er gekommen.
Er ist nicht eitel. Nur bedacht darauf. Seine Haare haben Schwung und glänzen. Er trägt sie länger. Weil er welche hat. Viele haben keine mehr. Er trägt sie, weil sie da sind. Weil es anders eine Schande wäre. Verschwendung von Phase. Und Phase ist etwas, das liebt er. Ja, er kann lieben. Weil er manchmal Dinge besser findet als gut. Mindestens wenn nicht sogar. Zweifel? Viele.
Beruflich schreibt er.
Für Kunden, Kommerz und Kontoplus. Privat schreibt er auch. Für viele. Für Köpfe. Auch für Kluge. Er wird verehrt. Das hält er aus. Er kann es ertragen. Profanes existiert nicht. Naivität existiert nicht. Dummheit wird ignoriert. Nur Klasse zählt. Im Tun, im Sein, im Werden. Viele verstehen das nicht. Er braucht viele nicht. Vieles ist unsicher. Doch das nicht. Seine Bahnen nicht.
Klagen? Wogegen? Annehmen, damit umgehen oder draufgehen. Nur so. Nicht anders. Grenzen sind Illusionen. Er hat Kraft. Und es in der Hand. Kein brummiger Brecher. Aber ein bestimmter Macher. Weil seine Denke überzeugt. Nicht hochgenial. Aber brillant in Situationen. Und Situationen sind oft. Weil er geschmeidig ist. Zwischen Dingen, Leuten, Fakten, Talenten. Glück ist Teil davon. Und die Frucht enormer Ideen. Ideen, die Schule machen. Nicht könnten. Machen!
Er ist der Übermensch.
Oft. Nie. Immer. Wird es dunkel, geht er feiern. Gibt es Randale ist er dabei. Weil er Druck hat. Und Ventile braucht. Drogen, ja. Mädchen, nein. Schlampen, ja. Spaß, nein. Hochgefühl, ja. Ruhe, nein. Das bringt Ablenkung. Konsequenzen? Keine. Denkt er. Aber Schleimhaut schmerzt, Psyche kotzt, Ohren bluten. Ist er oben? Unten? Egal, mittendrin.
Exzess macht zum Asketen. Immer wieder – nicht für immer. Frutarier beherrschen sich. Karnivoren fressen die Welt. Extreme sind seins. Paris ist seins. Tokyo ist seins. L.A. ist seins. N.Y. ist seins. Er lebt im Himmel, denkt in Schleifen, wünscht sich Hölle, spielt mit Feuer, zeigt Klischees, mag Schreie, reist rum, sitzt im Dunkel, hält alles aus. Druck und Drama. Stress und Wahnsinn. Immer wieder.
So macht ihm das keiner nach.
Auch das Schweigen nicht. Die Ruhe wenn er eine Hure fickt, zu wenig zahlt, sie würgt, bespritzt, verhöhnt, verjagt.
Schuld? Wieso?
Krank? Sowieso.
Schlagworte: exzess, kurzgeschichte, vulgär, wahnsinn